Biografieabeit als wichtiger Baustein in der Demenzvorsorge und Betreuung

 

 

Biografiearbeit ist ein absichtsvoller, bewusster, zielgerichteter und aktiver Gestaltungsprozess, bei dem die Biografie im Mittelpunkt steht. Hierbei werden zurückliegende Lebensinhalte reflektiert und die sich hierbei nach oben drängenden seelischen/emotionalen  Blockaden können mit energetischen Heilweisen und Körperarbeit gelöst werden. In dieser Form ist die Biografiearbeit die Beschäftigung mit der eigenen Lebensgeschichte im Sinne einer biografischen Selbstreflexion und Aufarbeitung. Die Anleitung und Gestaltung des biografischen Arbeitens ist mit Einzelpersonen und Gruppen möglich.

 

Da die von uns praktizierte Biografiearbeit in der Kombination mit energetischen Heilweisen die Auflösung von seelisch-emotionalen Blockaden zum Ziel hat, wirkt sie sich unmittelbar auf das Lebensgefühl  und die Lebensqualität aus. Der positive Ausfluss dieser Arbeit im Bereich der Demenzvorsorge ist nur ein Aspekt der vielschichtigen Möglichkeiten einer bewussten Erarbeitung der eigenen Biografie.

Nach dem von US-Amerikaner Robert N. Butler entwickelten Konzept einer Lebensrückschau (life-review) verspüren viele Menschen mit zunehmendem Alter den Wunsch, dem vergangenen Leben einen Sinn zu geben. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit kann persönliche Sicherheit geben, das Selbstvertrauen stärken und dabei helfen, die schwierigen Situationen des Älterwerdens besser zu bewältigen. Eine Beurteilung der erlebten Vergangenheit aus nachträglicher Sicht kann zu einer Integration der Biografie führen. Jene Diskrepanz, welche sich aus einem damaligen Wollen und dem tatsächlichen Lebenslauf ergibt, wird aufgehoben oder zumindest geringer.

 

Zu den Zielen und Methoden der Biografiearbeit:

 

1. Ziele der Biografiearbeit:


Stärkung autobiografischer Kompetenzen:
          => Fähigkeit erwerben, sich mit der eigenen Vergangenheit

               auseinanderzusetzen;
          => Mut zum Erzählen vermitteln;
          => Gedächtnisinhalte der älteren Generationen als verborgene Schätze

               wahrnehmen.

Rekonstruktion der Lebensgeschichte des Einzelnen:
          => individuelle Geschichten wiederbeleben;
          => ganzheitliches Verständnis für die eigene Biografie erlangen.

Integration der Lebensgeschichte:
          => positives Verarbeiten versöhnt Brüche, Widersprüche und Scheitern;
          => gewonnene Erkenntnisse werden zu einer Ressource für die Zukunft

               gemacht.

2. Methoden der Biografiearbeit:


Einbezogen werden die drei typischen Formen der Zeit:


    =>  Erinnerung an die Vergangenheit als Lebensbilanz.
    =>  Begleitung in der Gegenwart als Lebensbewältigung.
    =>  Perspektive für die Zukunft als Lebensplanung.

In der Biografiearbeit geht es bezüglich der drei Zeitformen um eine Bilanzierung

von Lebensleistungen, um eine Integration von Lebenserfahrungen in ein aktuelles

Selbstbild und um eine Entscheidungsfindung zukünftiger Aktionen hinsichtlich einer Lebensplanung. Diese zeitliche und methodische Einbindung will erreichen, dass die

persönliche Identität als eine in sich zusammenhängende Einheit empfunden wird.

Zwei sich ergänzende Vorgehensweisen prägen die Biografiearbeit:

1. Die gesprächsorientierte Biografiearbeit mit Einzel- und Gruppengesprächen,

    welche zu vorgegebenen Themen angeboten werden, wie z.B. Feste, Feiertage,

    Schulzeit, Familienleben u.s.w.

 

2. Die aktivitätsorientierte Biografiearbeit, die sich durch aktive Tätigkeiten

    auszeichnet.

    Beispiele sind das Singen bekannter traditioneller Lieder mit anschließendem

    Gespräch, Museumsbesuche, handwerkliche Aktivitäten, Basteln. Auch das

    Ausführen alltäglicher Handlungen, z.B. Tisch decken, kann dazugehören.

In beiden Arbeitsweisen können Familienangehörige einbezogen und Techniken der systemischen Therapie eingesetzt werden wie klientenzentrierte Gesprächsführung,

aktives Zuhören und Familienaufstellung. Die hieraus gewonnen kommunikativen

Fortschritte können für eine professionelle Biografiearbeit genutzt werden.

Ein weiterer methodischer Ansatz ist die Entwicklung des jeweiligen Lebenslaufs in

einer ganzheitlichen Betrachtungsweise. Hierzu können biografischen Daten aus

einzelnen Lebensbereichen gesammelt werden:

    =>Soziale Situation: Familienverhältnisse, wichtige Bezugspersonen,

         gesellschaftliche

        Beziehungen, Einkommen und Vermögen.
    => Kulturbiografie: kulturelle Herkunft; persönliche Traditionen; z.B. Ess-,

         Wohn-, Freizeitkultur
    => Körper- und Öko-Biografie: der eigene Körper; Wege zur Sexualität; Natur;

         Umwelt; Stadt/Land; Kindheit
    => Mytho-Biografie: mythologische Elemente; Religion; Spiritualität; Gottesbilder
    => Persönlichkeits-Biografie: Kognition; Emotion; Verhalten; Bewältigung
    => Bildungs- und Lern-Biografie: formal: Schule; Schulpflicht; Studium;

         funktional: z. B. angeeignetes Wissen, Techniken; Tanzkurse


Soziale Gerontologie als Biografiearbeit in der Demenzvorsorge und - betreuung

Im Bereich der sozialen Gerontologie ist die Biografiearbeit eine angewandte Methode,

die mit Hilfe biografischer Elemente auf spielerisch-künstlerische Art und Weise eine

Vielzahl von Erfahrungen, Begegnungen, Erfolgen, Misserfolgen, Trennungen,

Krankheiten und anderen Ereignisse untersucht, um einen möglichen inneren

Zusammenhang aller Ereignisse entdecken zu können.

Mit dem Alter, besonders bei Demenz, nimmt das Erinnerungsvermögen ab.

Biografiearbeit ist dann ein Schlüssel zu noch vorhandenen Fähigkeiten, die es

bewusst zu fördern gilt, um sie noch möglichst lange zu erhalten. In der

Vergangenheit war die Altenhilfe vordergründig auf das ausgerichtet, was ein alter

Mensch nicht mehr kann. Dieser defizitäre Ansatz soll von einer aktivierenden Pflege

abgelöst werden. Der Fokus wird jetzt vermehrt darauf gerichtet, was der alte Mensch

noch kann und  welche Kompetenzen er noch hat. Hierbei stellt sich die Frage: Wie

wurde der Mensch zu dem was er ist? Um dieser Frage nachzugehen, müssen

möglichst vielfältige Informationen aus der Biografie eines alten Menschen gesammelt

werden, um methodisch einen Lebenslauf zu entwickeln.

In diesem Zusammenhang kann es förderlich sein, visuelle Anreize zu schaffen:

Beispielsweise können sichtbare Erinnerungsecken mit vertrauten Objekten (Mobiliar, Familienbilder, bibliophile Bücher, Lebenskiste) die Erinnerungen wachhalten,

zurückrufen und eine Verständigung erleichtern.


Vom Ansatz her ist die Einbeziehung der Biografiearbeit auch in der Altenpflege

unbedingt wichtig. Indes fehlt im Berufsalltag häufig eine klare Begründung für die

Notwendigkeit einer Biografiearbeit. Ist doch das Prinzip eines aus der

Lebensgeschichte her begründeten unterschiedlich hohen Pflegeaufwandes

hinreichend bekannt, wenn auch meist noch nicht kar genug definiert.
Wie soll sich das Pflegepersonal mit Aufgaben befassen, die ihrer Art nach zusätzlich

als angenehm oder hilfreich angesehen werden, wenn bereits Grundbedürfnisse wie

regelmäßige Nahrungsaufnahme, Sozialkontakte und Bewegung zu kurz kommen, weil

die Finanzierung nicht gesichert ist. Aus dieser Sicht bedarf es im Rahmen der

vorgeschriebenen Qualitätssicherung einer konkreten Darstellung von Vorteil und

Nutzen der Biografiearbeit.
 

Zusammenfassend ist Biografiearbeit zur Begleitung und Unterstützung von Menschen

überall dort angebracht, wo es um einen  Veränderungsbedarf im Lebens- und

Arbeitsalltag gibt, z.B. in der Demenzvorsorge oder auch in anderen besonders

schwierigen Lebenssituationen, die einer professionellen Unterstützung bedürfen.  

Selbst, wenn im Einzelfall bereits Symptome einer Demenz im Anfangsstadium

aufgetreten sind, lässt sich hieraus noch lange nicht zwingend eine abschließende

Prognose herleiten. Unterstützt durch eine mit energetischen Heilweisen kombinierte Biografiarbeit zur Auflösung seelisch/emotionaler Blockaden kann auch hier noch

eine Rückkehr ins normale Leben wieder ermöglicht werden.

 

 

                                                                                 Tel. 0261/5798751

 

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