Spirituelle Grundlagen und Entwicklungspotentiale
Die spirituellen Grundlagen von Tantra gehen u.a. zeitlich weit zurück ins alte Indien. Hier wurde das gesellschaftliche Menschenbild von unbeschwerter und heiterer Gelassenheit geprägt. In tiefer Verehrung für alle Phänomene des Lebens lebten die Menschen hier in schuldfreier Einheit mit sich selbst, dem geliebten Menschen des anderen Pols und der Natur. Sie verstanden es, ihr Bewusstsein auszudehnen, alle Lebensbereiche magisch miteinander zu verknüpfen und damit auch ein gesundes Umfeld für eine erfüllte Paarbeziehung zu schaffen. Viele Lebensbereiche, die in unserer Gesellschaft mit tiefen Sehnsüchten oder Schuldgefühlen behaftet sind, bedurften dort weder Worten noch Gedanken, sondern erfüllten sich ganz selbstverständlich im SEIN.
Seit Beginn der Schöpfung prägen das weibliche Prinzip (Yin) und das männliche Prinzip (Yang) die Geschicke unserer Existenz. Diese Polarität des Männlichen und des Weiblichen finden wir im Menschen in all ihren Manifestationen. Damit ist der Mensch unabhängig von seiner Wahrnehmung auf physischer und seelischer Ebene untrennbar mit dem Schöpfer und der Schöpfung verbunden.
Entlang der Wirbelsäule des Menschen laufen drei Energieströme, die im Kundalini-Yoga visualisiert werden, nämlich „ IDA „ linke Seite, dem Yin zugeordnet, „ PINGALA „ rechte Seite, dem Yang zugeordnet und in der Mitte SHUSHUMNA, die uns in der Meditation den Zugang zur Raum- und Zeitlosigkeit ermöglicht, wenn wir uns mit ihr verbinden. In diesem Raum kommst du ganz bei dir an, hast kein Alter und weder Geschlecht noch Geschichte. Hier ist der Teil von Dir, der jenseits der Polarität liegt, ohne Aufregung und Betriebsamkeit, sondern in absoluter und tiefer Stille.
Dieser Gesetzmäßigkeit des „ Auf und Nieder „ unterworfen wird der bewusste Mensch, um ausgeglichen zu leben, immer auch den Gegenpol von dem beachten, was er gerade auslebt. So leben wir im Tantra nicht in einer Welt des Entweder – oder, sondern im Sowohl - als auch. Ist gerade Stärke angesagt, wartet eine mögliche Schwäche schon im Innern und auch umgekehrt. Es ist dies der ewige Tanz der Polaritäten zwischen Wachen und Schlafen, den wir brauchen, um uns wohl zu fühlen. So bringt bei der Hingabe in die Polarität das Eine das Andere erst hervor. Gibst du dich der Bewegung deines Körpers z.B. im Tanz bis zur Erschöpfung hin, bist du dann auch in der Lage, geistig und körperlich vollkommen still zu sein. Dagegen wirst du nicht aus diesem Brunnen der Stille trinken können, wenn du versuchst, dich dieser Gesetzmäßigkeit zu entziehen, weil die Ruhelosigkeit in deinem Körper die Meditation verhindert. Wenn du diese Polarität lange genug gelebt hast, kommst du von alleine dahin, die Dualität zu transzendieren und hinter dir zu lassen; bis du nichts mehr festhalten oder ablehnen musst!
Lebenslust und Lebensfreude aus tantrischer Sicht
Viele Menschen sind unfähig ihre Körperlichkeit in der Tiefe zu genießen oder überhaupt zuzulassen. Meist durch eine repressive Erziehung oder Traumata ist das Tor zum inneren Körper verschlossen. Oft sind die auslösenden Situationen verdrängt.
In diesem Zusammenhang hat der Körpertherapeut Wilhelm Reich den Begriff des „orgastischen Potentials „ geprägt, das von den meisten Menschen nicht gelebt wird. Es bedeutet die Fähigkeit, sich so tief auf das Erleben der Intimität einzulassen, dass alles unwillkürlich geschieht. Wirkliche Intimität und lustvolle Liebe vollzieht sich nicht im „ Liebe machen „ sondern im tiefen Ausdruck von Menschen, die sich ganz hingeben können und in Liebe „ SIND.“ Auch hier geht es also nicht vordergründig um das „ Tun,“ sondern um die tiefe Verehrung eines aus dem Herzen fließenden mystischen Seinszustandes, nämlich des eigenen Empfangens durch die Erfüllung des Partners.
Um den Weg dahin zu finden, müssen meist viele Ängste und Widerstände abgebaut werden. Mit dem SunnyMind Tantrazyklus wirst Du über Körper- und Energiearbeit spielerisch zu deiner tieferen Wirklichkeit hingeführt.
Für das gute Gelingen einer Partnerschaft und die Erfahrung von Lust und Lebensfreude bedarf es zeitlicher Freiräume, die sich die Partner nehmen, um sich einander widmen zu können.
Der Wohlfühlfaktor einer tiefen und gesunden Beziehung ist ungeheuer heilsam und befreiend für den ganzen Menschen auf allen Ebenen. Kreativität, Lebenslust und die Fähigkeit zu entspannen, nehmen deutlich zu. Durch das gesteigerte Selbstwertgefühl wird die gesamte Persönlichkeitsstruktur zum Positiven hin verändert. Es beeindruckt die Teilnehmer immer wieder von Neuem, wie tief der Bezug des Erlebens einer gesunden Körperlichkeit ist, wenn sie sich auf einen solchen Prozess einlassen. Immer wieder berichten Teilnehmer, wie ihnen förmlich der Schleier von den Augen fällt und sich das Herz aus der Umklammerung von alten Ängsten löst, der Körper beweglich und frei wird und das Leben auf allen Ebenen und in allen facettenreichen Empfindungen intensiver erlebt wird.
Die tiefere Empfindung der eigenen inneren Welt beruht häufig auf einer Abwehrhaltung des Unbewussten. Ursächlich hierfür sind meist frühere Verletzungen oder auch Leistungsdruck, der dem seelischen Aspekt des Empfindens zu wenig Raum einräumt. Der Unterschied zwischen Mann und Frau ist hierbei in der Regel, dass beide nach tiefer Lust und Liebe suchen, nur die Reihenfolge umgekehrt ist. Letztlich ist Beides aber nicht zu trennen, da wir Seele und Körper sind.
Die Gefühle der Verschmelzung und Auflösung in der Paarbeziehung sind der natürlichste Weg, eine Kraft zu spüren, aus der das Leben und die menschliche Evolution kommt. In dieser Erfahrung von Hingabe sind wir eher bereit, das abgrenzende Ego loszulassen und die inneren Widerstände aufzugeben, um die innere und äußere Einheit erfahren zu dürfen, statt in der ängstlich-egoistischen Enge des eigenen, wohlbehüteten und neurotischen Gefängnisses zu verharren.
Tantra und die Macht des Verdrängten in unserer Seele
Obwohl wir alle über die lebensprägende Kraft des Unterbewussten wissen, Politiker und Werbefachleute sich dies zunutze machen, beschäftigen sich nur die wenigsten Menschen ernsthaft mit ihren abgespaltenen und verdrängten Bewusstseinsinhalten.
SunnyMind Tantra zielt mit einem abwechselungsreichen und zentrierten Programm darauf ab, die verdrängten Bewusstseinsinhalte wieder zu integrieren und sich mit Einsicht und Bewusstheit der eigenen tiefen inneren Wahrheit zu stellen und trotz möglicher tiefer seelischer oder körperlicher Verletzungen Klarheit über Verhaltensweisen zu erkennen, die sich eingeschlichen und verselbständigt haben.
Den Weg vom Ich zum Du, zu einer wahrhaften Gemeinschaft finden wir durch eine Neuorientierung oder Korrektur unseres Egos, indem wir die Masken fallen lassen und unsere tiefe Wirklichkeit ohne Verschleierung zeigen, damit wir uns in unserer Essenz wieder mit unserem Ursprung, der Schöpfung, zurückverbinden können.
Verdrängte oder unterdrückte Lebensinhalte werden häufig aus Gründen der Scham ins Unbewusste verdrängt, wo das schamhaft Verborgene zum Leidwesen des betreffenden Menschen im Schatten seiner Persönlichkeit ihn dann evtl. zu neurotischen (Zwangs-) Handlungen treibt. Diese Systematik ist leidlich bekannt. Hieraus resultieren die meisten körperlichen und seelischen Schmerzen, die sich in der Gruppenarbeit zeigen.
Tantra bedeutet Ganzheit. Das heißt, in dem ich mir erlaube, total zu sein, statt perfekt und angepasst, habe ich die Möglichkeit, meine Energien zu leben und das zuzulassen und mich dem hinzugeben, was ich bin. Wenn du Hass in dir verspürst, dann schau auf die individuellen Wurzeln in deinem ganz persönlichen Leben und du wirst sehen, dass am Boden dieses Hasses ein verzweifeltes Ringen um Liebe ist! Und eben da kannst du die Korrektur vornehmen. Auch darfst du den Zorn als notwendigen Anteil in deiner Existenz anerkennen.
Literaturhinweise